|
Die Nummerneinteilung und Namensgebung der Dampfloks
Aus dem Bedürfnis heraus, den Dampflokomotiven Namen zuzuteilen, wurde ein entsprechendes Namens- und Nummernschema erstellt, das dem vorgeschlagenen allgemeinen Nummernschema des Betriebsleiters Jörg
Kreuzmann entsprach und vom damals amtierenden Verwaltungsrat abgesegnet wurde. Die erste Dampflok war die ehemalige HG 2/3 Nr. 6 ex VZ namens “Weisshorn”. Es sollten 12 Nummern belegt werden, gemäss dem errechneten maximalen
Dampflokbestand, den die DFB bestenfalls von den absehbar zu beschaffen möglichen Loks erreichen würde.
Schema 1991:
Nr. 1HG ¾ 1Furkahorn(Wallis/Uri)aus Vietnam
Nr. 2 HG ¾ 2Gletschhorn(Uri)aus Vietnam
Nr. 3HG ¾ 3 im Besitze der Museumsbahn Blonay-Chamby BC
Nr. 4HG ¾ 4im Besitze der FO
Nr. 5HG ¾Winterhorn(Uri)aus Vietnam
Nr. 6 HG 2/3 6Weisshorn(Wallis)
Nr. 7HG 2/3 7Breithorn(Wallis)
Nr. 8 HG 4/5Urseren(Uri)Beyrouth-Damaskus
Nr. 9HG 4/5Goms(Wallis)Beyrouth-Damaskus
Nr. 10 HG 4/4Rhonegletscher(Wallis)aus Vietnam
Nr. 11 HG 4/4Muttgletscher(Uri)aus Vietnam
Nr. 12 HG 4/5Nilgiri Queen, Nr. X 17, Nilagiri Hill Railways
Man war damals in Verhandlungen mit allen den entsprechenden Gesellschaften, die Nilgiri Queen
(SIR Nr. 17) ist heute zwar in Aufarbeitung oder bereits wieder in Betrieb, aber würde bei der Beschaffung von neuen Loks (oder entsprechender Entschädigungsleistung) an die DFB abgegeben. Schwieriger würde es heute etwa bei der Beyrouth-Damaskus Bahn, da kein Material (Stahl, Kupfer) mehr in den Westen verkauft werden darf. Ersatzteile werden und wurden aus Südafrika (SAR in Mossel Bay) beschafft.
Schema 2001:
Nr. 1HG ¾ Furkahorn(Wallis/Uri)aus Vietnam
Nr. 2
Nr. 3HG ¾ 3 im Besitze der Museumsbahn Blonay- Chamby BC
Nr. 4HG ¾ 4im Besitze der FO
Nr. 5HG ¾aus Vietnam
Nr. 6 HG 2/3 6Weisshorn
Nr. 7HG 2/3 7Breithornim Besitze der BVZ
Nr. 8
Nr. 9 HG ¾ Gletschhorn(Uri)aus Vietnam
Nr. 10 HG 4/4?aus Vietnam
Nr. 11 HG 4/4?aus Vietnam
Nr. 12 HG 4/4?
Weitere Angaben unbekannt.
Das Nummernschema wurde eines Tages einseitig vom damals amtierenden Chef Dampfloks, Jakob
Knöpfel geändert. Da der Anteil der Lok “Gletschhorn” von der ursprünglichen Nr. 9 grösser sei als die Teile der Lok 2, wurde diese Lok anlässlich einer Teilrevision umgezeichnet.
Die Formgebung der Dampfloks und deren Lackierung
Die Gruppe bearbeitete die Formgebung der aus Vietnam zurückgeholten Dampfloks und deren Lackierung im Wissen, dass diese auch äusserlich nicht mehr den Originalen entsprechen. Mit der Verlängerung des
Hinterteils als vergrössertem Kohlekasten wurden die Loks den auf der Strecke in Vietnam zwischen dem Küstenort Thap Cham und dem Bergkurort Da Lat erforderlichen Bedürfnissen angepasst. Das dadurch etwas elegantere
Erscheinungsbild sollte beibehalten und wenn möglich noch etwas verbessert werden.
Drei Varianten der Führerhausgestaltung wurden ausgearbeitet. Der Charakter des SLM-Aufbaus sollte gewahrt werden und möglichst die Funktionalität erhalten bleiben. Somit war die Wahl auf die nun
ausgeführte Variante gefallen, die es erlaubt, mit wenig Aufwand den Kohlevorrat auch vom Kran aus zu ergänzen. Für die HG 4/4 ist eine Wasserkasten-Verlängerung vorgesehen, die die Lok gestreckter erscheinen lässt und den
Bedürfnissen auf der Bergstrecke nach etwas mehr Wasser entgegen kommt.
Der wohl wichtigste Teil der Aufgabe war die Farbgebung. So wurde ein Konzept erarbeitet, das allseits befriedigen konnte: Seiten-, Front- und Rückwand des Führerhauses, die Wasserkästen und der
Kohlekastenanbau wurden in Kobaltblau RAL 5013 lackiert. Alle anderen Teile erscheinen in vornehmem, tiefem Schwarz. Allerdings erwuchs aus Kreisen des Lokunterhaltspersonals mehr oder weniger kräftige Opposition gegen die
blaue Farbe. Damit die Lok nicht klobig wirkt, umspannen vier Messingbänder den Kessel. Der Beschriftung musste deshalb ebenfalls die entsprechende Aufmerksamkeit gewidmet werden. Zu den üblichen Anschriften und Schildern
sollte das Schild des Sponsors einen unaufdringlich erscheinenden, jedoch gut sichtbaren Platz erhalten. Zudem durfte gemäss Weisung des Rollmaterialchefs Walter Probst der Wasserkasten nicht angebohrt werden. Die damals
getroffene Lösung erfüllte die Anforderungen hervorragend.
Auf Filets oder andere Ornamente wie Streifen oder Punkte, wurde bewusst verzichtet. Die heutige Erscheinungsform wurde weiter oben bereits bemängelt.
Wagenbeschriftung
Die Beschriftung der Wagen sollte markant, gut leserlich (auch von grösserer Distanz) und günstig bis kostenlos in der Anschaffung sein. In Zusammenarbeit unter den Mitgliedern der AGE konnten
bestehende Kanäle genutzt werden. So fand sich eine Beschriftungsfirma, die einen Folienschneidetisch mit entsprechender Computersteuerung ihr Eigen nannte. Ein Foliensponsor war bald gefunden, der Schriftenhersteller arbeitete
ebenfalls kostenlos. Es standen generell zwei Schriften zur Auswahl, der Verwaltungsrat entschied sich für die Schriftart “Herkules” in Kapitalien mit Schrifthöhe 220 mm. Die Lage des Schriftzuges auf den Seitenwänden der Wagen
wurde bestimmt. Schriftzug und Signet wurden sicherheitshalber bei einem weiteren Anbieter digitalisiert und archiviert. Dies sollte uns zu Nutzen sein, als der ursprüngliche Sponsor aus gesundheitlichen Gründen aus der Firma
ausschied. Schriftzüge konnten so an anderer Stelle in jeder nur erdenklichen Grösse beschafft werden. Es wurden die ersten Wagen und ein LKW beschriftet, meist in der Werkstatt oder im Depot. Ein Einsatz war etwas besonders:
Der erste Wagen mit 1. Klassabteil, eben erst auf die Schienen gestellt, wurde an einem Samstag dringend benötigt, die Beschriftungs-Equippe war aber angesagt. Der wagen wurde nun “fliegend” beschriftet! Vor der Abfahrt des
bereits im Zugsverband eingereihten Wagens wurde die erste Position ausgemessen und bezeichnet. Beim Zwischenhalt in Tiefenbach konnte die zweite Seite positioniert und der Schriftzug auf der einen Seite bereits positioniert
werden. In der Station Furka kam der zweite Schriftzug an den Wagen. Bei der Talfahrt, in der Station Tiefenbach wiederum, konnte mit dem Heissluftgerät die Schrift mit dem Lack versiegelt werden. Das Netzkabel wurde von einem
Helfer vorgängig bereits ausgelegt. In Realp angekommen hiess es die Utensilien verstauen und alles zu verräumen, denn am FO-Bahnhof wartete schon bald der Zug in Richtung Andermatt. Ein wahrlich “getimter” Einsatz!
|